Buchrestaurierungen

gehören zu den gehobenen Arbeiten einer Buchbinderei.

Sie verlangen viel Geduld, Einfühlungsvermögen und handwerkliches Können.
Das Restaurieren von Bucheinbänden und Papieren erfolgt verstärkt in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.

Mit Hilfe moderner Technik und handwerklichem Geschick kommen alte Bücher in der kunsthandwerklichen Buchbinderei Müller in Landau-Nußdorf zu neuem Glanz. Für jede Buchrestauration gibt es je nach Zustand der Bücher und damit verbundenem Restaurations-Aufwand verschiedene Varianten.
Die Buchbinderei Müller ist bemüht alle alten Materialien zu erhalten und sie sinnvoll mit neuen Werkstoffen zu ergänzen.
Sie berät Sie ausführlich und sucht für jeden Kunden eine individuelle Lösung.

Marktführend ist die Buchbinderei Müller bei der Ergänzung alter Buchbeschläge und Buchschließen.
Außerdem besitzt sie eine Papierwaschmaschine und ein Papieranfaserungsgerät und bietet hier Kollegenhilfe an.

Papieranfasern Papierrestaurierung

angefaserte Papiere

Papieranfaserungsgerät Papiere oberflächlich nachleimen fertig angefaserte Papiere
Fadenheftung neues und altes Leder Buchschließen
Fadenheftung an der Heftlade neues und altes Leder Anbringen von Buchschließen

 

Die Familienbibel war Jahrhunderte lang meist das einzige Buch im Haus.
Sie wurde wie ein Schatz gehütet und von Generation zu Generation weitergegeben. Oftmals geriet sie später in Vergessenheit.
Bei Haushaltsauflösungen findet sie sich wieder auf dem Speicher oder in der Wäschetruhe und erzählt auf ihren Vorsatzblättern uralte Familiengeschichten von Geburt, Heirat, Missernten, Krankheiten und Tod.

Nach dem Restaurieren sind die Bücher wieder lesbar, eine Zierde für jede Bibliothek und eine Freude für alle Bücherfreunde.

vor der Restaurierung vor der Restaurierung

nach der Restaurierung

vor der Restaurierung vor der Restaurierung nach der Restaurierung

 

Die 500. restaurierte historische Bibel

Seit fast 40 Jahren restauriert die Buchbinderei Müller in Landau-Nußdorf, alte Bücher und Bibeln.
Passend zum Luther-Jahr 2017 - im 500. Jahr der Thesenanschlag zu Wittenberg - konnte die 500. Bibel restauriert werden.
Im Sommer 2016 erhielt die Buchbinderei den Auftrag, von einem privaten Kunden, eine 280 Jahre alte Bibel zu restaurieren.
Vorwiegend war der alte Einband kaputt und die Messing-Buchbeschläge fehlten, die Heftung brüchig.
Alle Blätter wurden trocken gereinigt, gewaschen und nachgeleimt. Die beschädigten Blätter wurden mit neuem Papierbrei angefasert und gefestigt. Anschließened der ganze Buchblock neu mit Faden geheftet und wieder zu einem Buchblock gebunden. Die alten Holzdeckel wurden mit neuem Leder überzogen. Der neue braune Ledereinband wurde mit einer Blindprägung verziert, ähnlich wie der alte Einband gewesen sein könnte. Die acht neuen Buchecken und zwei Buchschließen wurden nach alten Mustern aus Messing nachgearbeitet und auf dem neuen Einband befestigt.
In der Zeit Januar bis März 2017 wurde die ganze Bibel restauriert.
Rechtzeitig zur Osterzeit konnte die Bibel dem Kunden wieder übergeben werden.
 
Buchrestauration ]Doppelbundheftung Bibelrestauration
500. Bibel vor dem Resaurieren 500. Bibel wird neu mit Faden geheftet und fertig - neuer Einband
 
Veröffentlichte Presseberichte können Sie hier lesen.
 

Alte Bücher - neu gebunden

Es ist immer wieder schön, wenn aus einem „zerfledderten Seitenhaufen“ ein neues Schmuckstück wird. 
Ein älterer Kunde bringt uns stolz die Schätze seiner Kindheit, zwei alte Märchenbücher, die ihm seine Großeltern schenkten und sie nun für seine Enkel erhalten will. Bei beiden Büchern begegnen wir die Sünden der industriellen Buchherstellung um 1900 - holzhaltiges Papier und eine Heftung mit der Drahtheftmaschine.
Wir besprechen, dass ich bei beiden Büchern die Buchblöcke ganz zerlegen, die rostigen Drahtklammern entferne und sie neu mit Faden hefte. Die alten Bucheinbände sollen erhalten bleiben, sodass der alte Charakter des Buches bewahrt wird.
   alte Märchenbücher   Buchheftung
"zerfledderte" Märchenbücher rostige "Drahtklammerheftung" Drahtklammern entfernt, neue Fadenheftung
Buch abpressen  Buchdecke Märchenbücher repariert
Buchblock wird abgepresst alte Buchdeckel, neuer Buchrücken Märchenbücher repariet
 
Wir reparieren Märchen-, Wörter-, Koch-, Noten-, Kinder-, Gebets- und Lesebücher. Alle Bücher, deren Einbände ramponier sind, die eingerissene Seiten aufweisen, bei denen die Buchseiten Fehlstellen haben oder deren Blätter einfach aus dem "Leim" gehen.
 
 

Wer mehr über unsere Arbeit erfahren möchte:
Alte Bücher - neu gebunden
Wie aus einem „zerfledderten Seitenhaufen“ ein Schmuckstück wird.

Diese Broschüre erzählt über Buchrestaurierungen, gibt einen kurzen Überblick über verschiedene Buchheftungen und berichtet ausführlich über verschiedene Buchreparaturen.

185 vorwiegend s/w Abbildungen ergänzen den Text anschaulich.
Format: DIN A 5, 60 Seiten, Rückstichheftung.

Neuerscheinung März 2017, Preis 10.-- Euro

www.mueller-buch.de

im Shop erhältlich
Broschüre - Alte Bücher neu gebunden
beschädigte Bücher beschädigte Bilderbücher

einfach reparierte Bücher

beschädigte Bücher aus dem 19. Jh. beschädigte Bilderbücher einfach reparierte Bücher

 

Wenn Sie mehr über die Arbeiten unserer handwerklichen Buchbinderei erfahren möchten, besuchen Sie uns auf www.mueller-buch.de oder in unserer Buchbinderei in der Kirchstraße 49 in 76829 Landau-Nußdorf.

Sie können sich mit Ihren Fragen auch per Telefon (06341/63658), Fax (06348/62740), e-mail an buchbinderei@mueller-buch.de oder über unser Kontaktformular an uns wenden.

Pressebericht:

Neuer Glanz für uralte Bibel  –  In der Buchbinderei werden auch zerfledderte Bücher wieder fast neu

Bericht:vom 3.April 2017 von Brigitte Schmalenberg, in der „DIE RHEINPFALZ - Kinderzimmer: Die Seite mit dem Biber“ Aus der Reihe mit Nils Nager unterwegs: berichtet „DIE RHEINPFALZ“ jeden Samstag über die neuesten Abenteuer und zeigt Kindern Wissenswertes aus dieser Welt.

Luther, Luther, Luther – überall ist plötzlich von diesem Luther die Rede! „Wer war das eigentlich?“, will Nessy wissen und löst damit bei Oma Nagute einen wahren Redeschwall aus. „Gut, dass du danach fragst“, lobt sie Nessys Neugierde und versammelt uns Biberkinder um ihren grünen Lieblingssessel.

„Dieser Martin Luther war ein Mönch, der mit vielen Umständen in der katholischen Kirche nicht einverstanden war. Deshalb schlug er kurzer Hand 95 Thesen – also Gedanken – an ein Kirchentor, die auf diese Missstände aufmerksam machten. Das führte dazu, dass sich viele Menschen seiner Meinung anschlossen. So begann genau vor 500 Jahren die sogenannte Reformation, also eine Erneuerung der Kirche. Daraus ging die evangelische Kirche hervor. An dieses Jubiläum wird in diesem Jahr in ganz Deutschland erinnert“, erzählt Oma Nagute. Und hört mit ihrem Vortrag noch immer nicht auf.

„Luther wollte aber auch, dass alle Gläubigen die Heilige Schrift lesen können, die in der katholischen Kirche nur in lateinischer Sprache verwendet wurde. Deshalb hat er die alte Sprache in ein für alle Leute in ein gut verständliches Deutsch übersetzt. Seine Lutherbibeln verbreiteten sich schnell und noch heute gibt es solche uralten Bibeln“. „Das stimmt“, schaltet sich nun Papa Nagbert ein, der zwei Buchbinder kennt: „In Nußdorf gibt es eine Buchbinderei, die sich darauf spezialisiert hat, solche alten Bibeln zu restaurieren. Die Buchbindermeister Hedwig und Klaus Müller haben mir erzählt, dass sie in all den Jahren schon 499 Lutherbibeln wieder auf Vordermann gebracht haben und just gerade zum Reformationsjubiläum gerade an der 500. Bibel arbeiten. Sollen wir dabei einmal Mäuschen spielen?“ „Na klar!“ rufen Nessy, Nals und ich wie aus einem Munde und dürfen gleich am nächsten Tag mit Papa Nagbert in die Buchbinderei trotten. Die Müllers freuen sich immer über Besuch und erklären uns ganz geduldig, wie enorm aufwendig ihr altes Handwerk ist.

Die alte Lutherbibel liegt total zerfleddert auf dem Tisch und wird erst einmal genau untersucht. Der Ledereinband des Buchdeckels ist so morsch und zerrissen, dass man darunter die schützende Holzplatte sehen kann, an der schon der Holzwurm nagte. Viele der vergilbten Seiten sind von Feuchtigkeit und Moder zerfressen. Auf den ersten Seiten findet Klaus Müller die Jahreszahl 1736. „Wow, dann hat das Buch ja schon 281 Jahre auf dem Buckel“, rechne ich blitzschnell. Der Buchbinder nickt und zeigt uns handschriftliche Eintragungen, die von einer Taufe und einer Hochzeit berichten. „Diese persönliche Notizen müssen natürlich besonders geschützt werden“; weiß der Fachmann und erklärt, dass früher viele Familien eine Bibel hatten, die sie an die nächste Generation weitergaben. Dieses Exemplar wurde auf einem Speicher gefunden und soll wieder zu Ehren kommen.

„Wir nehmen jetzt das ganze Buch komplett auseinander, um jedes Blatt zu reinigen, neu anzufasern und wieder zusammenheften“, erläutert der Buchbinder. „Was ist denn anfasern?“ will Nals wissen und so dürfen wir mit in den Keller, das wahre Herz der Buchbinderei, kommen. „Anfasern bedeutet, dass man das alte poröse oder sogar gerissene Papier in einem ganz speziellen Bad mit neuem Papier zu einem stabilen Blatt vermischt. Schaut mal zu!“ Mitarbeiterin Manuela Wörner legt vorsichtig eine gereinigte Doppelseite in eine Wanne, drückt sie mit einem Sieb unter Wasser, gibt mit dem Schlauch den zuvor gemixten Papierbrei dazu und zeigt uns, wie sich nun die Fasern des Breis mit dem aufgeweichten alten Papier verbinden. Schon wird das Doppelblatt wiederaus dem Anfaserungsbad gehoben, auf einen Trockentisch mit Absauganlage abgelegt und dann zwischen schützenden Vliesen in die Buchbinderpresse gelegt. Mit aller Kraft dreht Klaus Müller die Presse auf das Blatt, sodass auch die letzte Feuchtigkeit entweichen kann. „Fantastisch, dass die Seiten wieder so schön glatt und ebenmäßig sind“, staunt Papa Nagbert. Und er überlegt wie lange es wohl dauert, bis alle 300 Bogen rundum erneuert sind. „Ein paar Wochen Arbeit ist das schon“, meint Klaus Müller und ist froh, dass seine Frau in der Zwischenzeit den Ledereinband erneuert. Wenn alle Seiten fertig sind, wird sie sich an die Heftlade setzen und die Blätter mit einem Buchbinderzwirn neu zusammenheften. Ähnlich wie bei einem Webrahmen wird der Faden durch immer drei Doppelseiten gezogen, dann werden diese Minigebinde in Blocks und schließlich komplett zusammengefasst. Zum Schluss wird das Buch mit dem neuen Ledereinband “angezogen". Weil der Einband auch wieder so hübsch verzierte Metallecken und eine originalgetreue Schließe bekommt, ist die alte Lutherbibel nun fast neu.